Aus der Vereinsgeschichte
Laut Gründungsprotokoll nannte der Verein sich zunächst "Schützenverein Rathlosen und Umgebung". Der erste Vorsitzende war der Bauer Heinrich Plate. Sein Stellvertreter Dietrich Siemers. Die weiteren Vorstandsmitglieder waren Johann Heinrich Meyer 11 als Kommandeur, Kassierer Heinrich Rabbe und schließlich als Schriftführer Dietrich Logemann.
Das Vereinslokal war seit Gründung bis heute das Gasthaus Brinkmann. Zu damaliger Zeit bis ca. 1910 befand es sich "Am Försterkamp", dem heutigen Besitz von Wilhelm Rabbe Rathlosen Nr. 14. Der Schießstand befand sich hinter der "alten Mühle", wo sich während eines Schützenfestes ein tragischer Unglücksfall ereignete. Damals wurde mit den sogenannten "Vorderladerd' auf 100 m Entfernung auf 13er Scheiben geschossen. Als Kugelfang diente ein aufgeschütteter Erdwall. Die "Scheibenguckee' saßen zwischen Scheibe und Kugelfang in einem tiefen Erdgraben und zeigtendurch hochhalten von Flaggen das Ergebnis an. Durch eine falsche Verständigung kam es zu diesem verhängnisvollen Todesfall, wodurch das Schützenfest ein abruptes Ende fand.
Die Schützenfeste, ebenso später der Schützenball wurden abwechselnd bei den Gastwirten Brinkmann und Barg später Sudhop gefeiert. Auch in der sogenannten "guten alten Zeit" verstand man schon ausgelassen zu feiern, und zu singen. Hier tat sich unter anderem besonders Schützenbruder Fritz Hannekum, auch
"Flüter Fritz" genannnt hervor, übrigens Urgroßvater des heutigen Präsidenten. Nach dem Genuß von einigen Schnäpsen trat seine musikalische Ader hervor. Während seines Gesanges war er den Frauen beim Schöpfen für Kaffeewasser behilflich, verlor das Gleichgewicht, und plumpste in den nicht sehr tiefen, aber genügend breite "Soot". Unten angekommen setzte er unbeirrt seinen Gesang fort.
Um 1910 erwarben Brinkmanns' ein Grundstück von Dietrich Logemann und erbauten das Anwesen Nr.26 wo sie auch heute noch ansässig sind. Der Schießstand wurde 1928 an seiner jetzigen Stelle von Heinrich Brinkmann gebaut. In dieser Zeit führte der Landwirt Fritz Heuermann als Vorsitzender den Verein.
Unter seiner Führung schaffte man 1927 zum Preis von 481,75 DM die erste Vereinsfahne an. Sie wurde von der Bonner Fahnenfabrik geliefert und hatte auf der Rückseite die Inschrift 'War das Auge, fest die Hand, treu das Herz fürs Vaterland".
Die Fahnenweihe wurde in Verbindung mit dem 30-jährigen Vereinsjubiläum am 22. Mai 1927 besonders würdevoll begangen. Die Festrede hielt der Rathloser Reichstagsabgeordnete Dietrich Logemann. Er hob die Entstehung der Schützenvereine aus den Bürgerheeren hervor, wies auf die Gemeinschaft aller, ohne Standesunterschiede hin und sprach auch den Flaggenkult an.
Verantwortlich für die Fahne war seit 1928 als Fahnenwart Heinrich Barghop. Er brachte sie auch während des 2. Weltkrieges vor den Besetzern in Sicherheit. Damals waren Fahnen und Flaggen begehrte und gesuchte Andenken. Hierfür wurde er zu seinem 70. Geburtstag mit einer Urkunde und zum 80. Geburtstag mit einem Präsentkorb geehrt.
Dreimal, und zwar 1961, 1970 und 1981 wurde sie repariert, bis sie 1989, inzwischen 62 jährig, nicht mehr aufzuarbeiten war. Da sie bei vielen Anlässen, Freudigen wie Traungen vorangetragen wurde, bekam sie einen Ehrenplatz im Vereinslokal.
Während der Nazizeit gehörte der Verein dem Schützenbund im DRFL Gau Nordsee an. Hierfür wurde 1937 für 25 Mitglieder (1,50 DM =) 37,50 DM an Beiträge entrichtet. Der Verein nannte sich damals Kleinkalibersportverein (KKSV) Rathlosen. Am 13.11.1938 absolvierte August Rabbe einen Schießwartlehrgang in Sulingen. Die neue Fahne wurde in Form und Aussehen nach dem Muster der alten gefertigt und von der Hildesheimer Firma Fahnen-Denecke geliefert. Mit vielen auswärtigen Gästen wurde sie am 20. Mai 1990 von Pastor Woltram feierlich geweiht.
Von 1939-1950 ruhte infolge der Kriegswirren das Vereinsleben.
Majestät war zu dieser Zeit der Müllermeister Erwin Mittmann, ein altes Rathloser Original, der liebend gerne Skat spielte. Er war der am längsten regierende Schützenkönig, obwohl seinerzeit bei seinen Königsschüssen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein soll.
Dieses hatte er sich seiner Spendierfreudigkeit selber zuzuschreiben. So hatte er 1937 ein Faß Bier ausgegeben, was einen Schützenbruder zu dem Ausspruch veranlaßte: So eener mut Schützenkönig weern!" Die Scheibengucker wußten Bescheid. Die Verständigung klappte mit an einer Schnur hängenden Klingel. Als "Erwin' schoß, hielten sie den obligatorischen Schützenhut hoch (passierte immer, wenn eine 13 geschossen wurde), obwohl er glaubhaft versicherte, daneben gezielt zu haben. Nichtsdestotrotz nahm er die Königswürde an.Am 7. Januar 1950 fand in Brinkmannn´s Gasthaus die Wiedergründung statt. Vorher mußten sich die Mitglieder Fritz Hannekum, Wilhelm Brinkmann und Johannes Pätzold in Diepholz einer "Entnazifizierung" unterziehen, da ansonsten keine Vereinsgründung stattfinden konnte. Der Verein nannte sich laut Satzung.
Schützenverein von 1898 zu Rathlosen
Zum 1. Vorsitzenden wählte man Fritz Barg, 32. Die Vereinsbeiträge betrugen damals 2,- DM und 5,- DM Eintrittsgeld. Zum Vergleich: 1974 kassierte man pro Mitglied 12,- DM. 1994 forderte die Mitgliederversammlung entgegen der Vorstandsempfehlung die Beiträge wie folgt festzusetzen:
Herren: 40,-DM
Damen: 20,-DM
Jugendliche:15,-DM
Ehrenmitglieder ab 65 Jahre: beitragsfrei
Laut Protokoll vom 08. Januar 1955 geht hervor: Wortwörtlich schrieb der stellv. Schriftführer Wilhelm Brinkmann "Es wurde der Entschluß gefaßt, Schützenhüte anzuschaffen. Der Verein soll fürjeden Hut 3,- DM zuzahlen. Dieser Entschluß wurde unter böser Miene des Kassierers (Erwin Mittmann) gefaßt! Erst im Jahre 1960 legte man sich Uniformjacken zu.
Seit 1954 findet das mittlerweile traditionelle Königsfrühstück statt!
Auszug vom 09. Januar 1954: Punkt 6: > Schützenfest < Am 2. Schützenfesttag soll morgens das Königsschießen mit anschließendem Frühstück stattfinden. Bei Nichterscheinen 3,- DM Strafe.
Punkt 7: Jeder Schütze muß seine Schüsse und auch Stechschüsse selbst abgeben.
Dieser Punkt ist nur so zu verstehen, daß man, wie schon erwähnt, bei den Königsschüssen des öfteren rummanipulierte.
In den Jahren 1979 - 1983 fand auf Beschluß der Mitglieder kein Königsfrühstück statt. Aber man merkte schnell, daß den Schützenfesten einfach etwas fehlte. Seit 1984 finden sie jährlich wieder statt und sind bei den zehn Sulinger Schützenvereinen der Höhepunkt eines jeden Schützenfestes schlechthin. Deshalb erfreuen sie sich bester Resonanz. Die Würze dabei sind immer die gegenseitigen "Hiebe und Sticheleien alles nur bierernst, versteht sich, der Präsidenten und Ratsvertreter.
Seit 1954 findet das mittlerweile traditionelle Königsfrühstück statt!
Auszug vom 09. Januar 1954: Punkt 6: > Schützenfest < Am 2. Schützenfesttag soll morgens das Königsschießen mit anschließendem Frühstück stattfinden. Bei Nichterscheinen 3,- DM Strafe.
Punkt 7: Jeder Schütze muß seine Schüsse und auch Stechschüsse selbst abgeben.
Dieser Punkt ist nur so zu verstehen, daß man, wie schon erwähnt, bei den Königsschüssen des öfteren rummanipulierte.
In den Jahren 1979 - 1983 fand auf Beschluß der Mitglieder kein Königsfrühstück statt. Aber man merkte schnell, daß den Schützenfesten einfach etwas fehlte. Seit 1984 finden sie jährlich wieder statt und sind bei den zehn Sulinger Schützenvereinen der Höhepunkt eines jeden Schützenfestes schlechthin. Deshalb erfreuen sie sich bester Resonanz. Die Würze dabei sind immer die gegenseitigen "Hiebe und Sticheleien alles nur bierernst, versteht sich, der Präsidenten und Ratsvertreter.
Leider war die Wiedereinführung des Königsfrühstückes 1984, obwohl bestens besucht, der absolute Tiefpunkt seit der Wiedergründung. Der damalige Präsident Helmut Landwehr war gezwungen, im Schützenreich Rathlosen zum ersten und bisher einzigen Mal am 13. Mai 1984 die Republik auszurufen. Ihn traf, obwohl schuldlos an dieser Situation, von allen Seiten viel Spott und Häme Es war auch wohl ein Grund dafür, daß Landwehr noch im selben Jahr seinen Posten als Präsident niederlegte. Ein Entschluß, der zwar zu verstehen war, der für den Schützenverein Rathlosen aber nur schwer zu verkraften war. Hatte Helmut Landwehr doch mittlerweile 19 1/2 Jahre umsichtig und uneigennützig Vorstandsarbeit geleistet.
Daß er trotz seines Umzuges nach Sulingen dem Schützenverein zusammen mit seiner Ehefrau Gerda weiterhin als aktiver Schütze die Treue hielt und noch heute das Vereinsgeschehen maßgeblich mitgestaltet, zeigt seine menschliche Größe.
Die Ursache für die Republik lag aber schon viel eher begründet und war eigentlich eine logische Konsequenz, der immer weniger werdenden Königsanwärter. Hatten im Jahre 1962 noch sage und schreibe 45 Schützenbrüder am Königsschießen teilgenommen, faßte man auf der folgenden Generalversammlung den folgenschweren Beschluß, daß jedes Mitglied nur einmal überhaupt die Königswürde erringen kann, ein Schuß, der knallhart nach hinten losging und erst 1985 wieder rückgängig gemacht wurde.
So wurden am 16.05.1976 die Schützenbrüder Dieter Logemann und Reinhard Horstmann mit jeweils 11 Ring (inzwischen 2 Schuß auf 10er Scheiben) zum Stechen in den Schießstand beordert. Beide waren von dieser Situation völlig überrascht, da 25 Mann geschossen hatten, aber einerseits entweder darunter blieben oder andererseits schon König waren. So erzielte Logemann im Stechschuß eine zwei und Horstmann eine eins. Anschließend rief der zusehends nervöser werdende Präsident Fritz Wortmann Logemann als "den Agrarier zum neuen Würdenträger aus.
Im Jahr darauf reichten Heinrich Goldstein schon 7 Ring und zusehends bewahrheitete sich die Feststellung: War es vor Jahren eine Ehre König zu werden, ist es heute eher ein Zustand.
Auch in den Folgejahren konnte die Monarchie in den meisten Fällen nur auf gutes Zureden gerettet werden.
Wurden wir 1984 als erste Republikaner von vielen belächelt, sind wir inzwischen oft kopiert und von einigen bereits mehrfach erreicht. Eine Entwicklung für die alte Schützentradition aber mit Sicherheit zum Nachteil, denn ein Schützenfest ohne Schützenkönig ist wie Weihnachten ohne Tannenbaum.
Seit 1978 dürfen Damen Mitglieder werden!
Wurde der Vorschlag Damen zur Jahreshauptversammlung einzuladen 1971 noch abgelehnt mit der Begründung: " Dieses soll erst erwähnt werden, wenn einmal kein Schützenball mehr stattfindet, " so änderte sich dieses aber am 07. Januar 1978, da das sogenannte "schwache Geschlecht" schon länger aktiv am Vereinsgeschehen teilnahm. Beitrag damals: jeweils 5,- DM. 11 Damen und 13 Jugendliche traten damals dem Verein bei. Inzwischen sind sie aus dem Vereinsleben nicht mehr weg zu denken und stehen dem starken Geschlecht mit Ihren Ideen, wie auch schießsporflich und verantwortungsbewußter Vorstandsarbeit in nichts nach. Namentlich muß man als Aktivposten und "Mädchen für Alles" Erika Kunst erwähnen. Sie wurde als erste Damensprecherin gewählt und hat diesen Posten bis heute inne. Zusammenmit Ihrem Ehemann Günter als Oberschießwart sind sie im Verein das ideale Managerehepaar und blicken zusammen auf mittlerweile 35 Jahre Vorstandsarbeit zurück.
Daß er trotz seines Umzuges nach Sulingen dem Schützenverein zusammen mit seiner Ehefrau Gerda weiterhin als aktiver Schütze die Treue hielt und noch heute das Vereinsgeschehen maßgeblich mitgestaltet, zeigt seine menschliche Größe.
Die Ursache für die Republik lag aber schon viel eher begründet und war eigentlich eine logische Konsequenz, der immer weniger werdenden Königsanwärter. Hatten im Jahre 1962 noch sage und schreibe 45 Schützenbrüder am Königsschießen teilgenommen, faßte man auf der folgenden Generalversammlung den folgenschweren Beschluß, daß jedes Mitglied nur einmal überhaupt die Königswürde erringen kann, ein Schuß, der knallhart nach hinten losging und erst 1985 wieder rückgängig gemacht wurde.
So wurden am 16.05.1976 die Schützenbrüder Dieter Logemann und Reinhard Horstmann mit jeweils 11 Ring (inzwischen 2 Schuß auf 10er Scheiben) zum Stechen in den Schießstand beordert. Beide waren von dieser Situation völlig überrascht, da 25 Mann geschossen hatten, aber einerseits entweder darunter blieben oder andererseits schon König waren. So erzielte Logemann im Stechschuß eine zwei und Horstmann eine eins. Anschließend rief der zusehends nervöser werdende Präsident Fritz Wortmann Logemann als "den Agrarier zum neuen Würdenträger aus.
Im Jahr darauf reichten Heinrich Goldstein schon 7 Ring und zusehends bewahrheitete sich die Feststellung: War es vor Jahren eine Ehre König zu werden, ist es heute eher ein Zustand.
Auch in den Folgejahren konnte die Monarchie in den meisten Fällen nur auf gutes Zureden gerettet werden.
Wurden wir 1984 als erste Republikaner von vielen belächelt, sind wir inzwischen oft kopiert und von einigen bereits mehrfach erreicht. Eine Entwicklung für die alte Schützentradition aber mit Sicherheit zum Nachteil, denn ein Schützenfest ohne Schützenkönig ist wie Weihnachten ohne Tannenbaum.
Seit 1978 dürfen Damen Mitglieder werden!
Wurde der Vorschlag Damen zur Jahreshauptversammlung einzuladen 1971 noch abgelehnt mit der Begründung: " Dieses soll erst erwähnt werden, wenn einmal kein Schützenball mehr stattfindet, " so änderte sich dieses aber am 07. Januar 1978, da das sogenannte "schwache Geschlecht" schon länger aktiv am Vereinsgeschehen teilnahm. Beitrag damals: jeweils 5,- DM. 11 Damen und 13 Jugendliche traten damals dem Verein bei. Inzwischen sind sie aus dem Vereinsleben nicht mehr weg zu denken und stehen dem starken Geschlecht mit Ihren Ideen, wie auch schießsporflich und verantwortungsbewußter Vorstandsarbeit in nichts nach. Namentlich muß man als Aktivposten und "Mädchen für Alles" Erika Kunst erwähnen. Sie wurde als erste Damensprecherin gewählt und hat diesen Posten bis heute inne. Zusammenmit Ihrem Ehemann Günter als Oberschießwart sind sie im Verein das ideale Managerehepaar und blicken zusammen auf mittlerweile 35 Jahre Vorstandsarbeit zurück.